Wie ich mit 16 Unternehmerin wurde

Von Nele Finck

Als Schülerin ein eigenes Unternehmen gründen? Kein Problem! Der Verein Futurepreneur e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, bei Jugendlichen Unternehmergeist zu zünden. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet der von Kerstin Heuer gründete Verein mehrere Projekte an, in denen man „Unternehmer auf Zeit“ sein kann.
Ich habe an einem dieser Projekte teilgenommen und kann sagen:

Unternehmer sein ist gar nicht so schwer!

Das Projekt „Business for a week“ (zu Deutsch: Unternehmen für eine Woche) wird vor allem für Schulklassen angeboten, wie auch in meinem Fall. Erst werden grundlegende Brainstorm- und Ideenfindungstechniken nahegebracht, dann folgt das sogenannte „Unternehmergespräch“. Der letzte Tag ist dann der Tag, an dem alles umgesetzt wird: Das Unternehmen wird eröffnet, die Produkte werden an den Mann und die Frau gebracht.

 

Ablauf

 

Erster Tag

Am ersten Tag war ich noch ziemlich aufgeregt, da ich noch nicht wusste, was mich im Endeffekt erwarten würde. Doch nach ein paar Kennenlernspielen war die Aufregung schnell verflogen. Dann ging es auch schon richtig los, mit grundlegenden Brainstorm-Techniken. Wir fanden uns in Gruppen zusammen und sollten zum Beispiel positive Aspekte eines Flugzeugabsturzes finden. Es wurde viel gelacht, da einigen von uns natürlich die verrücktesten Sachen einfielen.

Zweiter Tag

Am zweiten Tag ging es dann weiter mit den Ideenfindungstechniken, denn: Was ist ein Unternehmen ohne eine Idee? Wir lernten, aus ungeplanten Situationen Gewinn zu ziehen. Zum Beispiel sollten wir für mehrere tausend Cola-Flaschen eine neue Verwendung finden.

Dritter Tag

Der dritte Tag entwickelte sich zu einem Highlight für mich, denn an diesem Tag fand das Unternehmergespräch statt, zu dem zwei Unternehmer aus der Gegend eingeladen worden waren. Wir bereiteten einen Tisch für Christiane Brandes-Visbeck von Ahoi Consulting und Dirk Baumann von der Firma Matzen & Timm vor, an dem wir alle Platz fanden.
Das Unternehmergespräch begann damit, dass die beiden Unternehmer sich und ihre Unternehmen und aktuelle Projekte des Unternehmens vorstellten. Christiane Brandes-Visbeck stellte uns den Prototypen der App JobDigga vor. Ich war ziemlich beeindruckt von der Idee, Jugendlichen mithilfe einer nutzerfreundlich aufgebauten App passende Berufe aufzuzeigen.
Nach der Vorstellung waren wir am Zug. Das hieß vor allem eins: fragen, fragen, fragen. Wir fragten alles, was uns in den Sinn kam. Egal ob persönliche Dinge oder Fragen zum Unternehmersein. Alles wurde gut beantwortet und zu jeder Frage wussten Christiane Brandes-Visbeck und Dirk Baumann auch noch eine kleine Geschichte oder Anekdote zu berichten. Als die beiden sich schließlich verabschiedeten, waren wir alle sehr motiviert, am nächsten Tag ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen.

Vierter Tag

Dann war der große Tag da: Der Tag, an dem das Unternehmen durchstarten sollte. Wir waren alle ein bisschen aufgeregt und legten uns bei den letzten Vorbereitungen ordentlich ins Zeug. Schließlich begaben wir uns ins nahegelegene Herold-Center, um dort unsere Ideen umzusetzen. Einen ganzen Tag lang brachten wir unsere Produkte und Dienste an die Menschen. Die unterschiedlichen Unternehmerideen wurden auch unterschiedlich gut angenommen. Dabei verdienten wir sogar etwas Geld, welches wir am Ende gerecht unter allen Gruppenmitgliedern aufteilten.

 

Meine Meinung: Mein eigenes Unternehmen hebt ab in T-10 Sekunden!

 

Ich fand das Projekt sehr erfahrungs- und abwechslungsreich. Ich habe viel gelernt und viel über das Unternehmersein gelernt. Außerdem habe ich durch das Projekt Lust bekommen, später einmal vielleicht mein eigenes Unternehmen zu gründen. „Unternehmergeist zünden“ wird dies auf der Homepage des Vereins genannt. Das hat bei mir auf jeden Fall geklappt.

„Ich bin ganz froh, dass ich da mitgemacht habe“, sagt auch Janne, eine andere Teilnehmerin des Projektes. „Es war auf jeden Fall die Erfahrung wert und hat mir neue Denkansätze gebracht.“ Da kann ich nur zustimmen. Denn ich habe während des Projekts in Richtungen gedacht, in die ich vorher nie gedacht habe.

Am besten hat mir an dem Projekt „Business for a week“ die Kreativität gefallen. Es war ein großer Gegensatz zum Schulunterricht, in dem wir immer auf sachlicher Ebene bleiben. In dieser Woche konnten wir dagegen unserer Kreativität freien Lauf lassen, je verrückter desto besser.

Das Einzige, das ich nicht so gut fand, war die Zeiteinteilung. „Ein Kritikpunkt wäre, dass wir erst sehr spät mit der Ideenfindung für das eigentliche Projekt angefangen haben. Das fand ich sehr schade, weil wir so viel zu wenig Zeit hatten, um größere Ideen zu verwirklichen.“, fasst meine Mitschülerin Janne auch meine eigenen Gedanken in Worte. Die Leiterinnen des Projekts betonten zwar, das man unter Zeitdruck besser arbeite und kreativer sei, doch ein wenig mehr Zeit hätte uns, meiner Meinung nach, nicht geschadet.

Alles in allem kann ich sagen, dass mir die Woche sehr gut gefallen hat. Es war eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag und eine tolle Möglichkeit, meine Kreativität voll auszuleben. Ich habe während der Woche viele Erfahrungen gesammelt und viel gelernt. Dank dieses Projekts bin ich schließlich auch gerade hier und schreibe diesen Text. Nach dem Unternehmergespräch bin ich nämlich auf Christiane Brandes-Visbeck zugegangen und habe mir in ihrem Unternehmen einen Praktikumsplatz für die Sommerferien gesichert.

 

Die Autorin: Nele Finck ist 16 Jahre alt und geht in die 12. Klasse der Willy-Brandt-Schule in Norderstedt. Sie absolviert gerade ein Schülerpraktikum bei Christiane Brandes-Visbeck und ihrem Unternehmen Ahoi Consulting. In ihrer Freizeit schreibt Nele gerne und hat im Rahmen ihres Praktikums diesen und noch zwei weitere Blogartikel für den AhoiBlog verfasst.
 

Fotogalerie: Business for a week

Danke an Luisa von Futurepreneur e.V. für die Fotos.

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